Inspiriert durch Ernst­ Ludwig Kirchners „Selbstbildnis als Soldat“ entwickeln fünf Marionetten und fünf Menschen eine expressionistische Collage.

 

Malend, zerstörend, tanzend, rauchend und zündelnd stutzen sie sich den Krieg zurecht.

 

Eine Marionette malt am liebsten zu Strawinsky dadaistische Bilder, bis sie eine Welt hinter dem Rahmen entdeckt.
Eine halbzerfetzte Marionette mit Brandnarben meint dem Krieg entkommen zu sein, bis sie von kopflosen Mantelwesen eingeholt wird.
Eine Frau tanzt mit ihrer Marionette über den Schützengraben.

Ob die Gasmasken schützen werden?

 

Ein Tanz, ein bewegtes Bild, eine bunte Collage, die düster anmutet.

 

Mit Glasmusik und Pinselstrich, untermalt von frecher Musik aus vergangenen Zeiten...

Ein Schuss 10 Pfennig. Na, wer schießt nochmal?

Regie: Frank Soehnle
Spiel: Sascha Bufe, Iris Keller, Hanna Malhas, Coline Petit, Eike Schmidt
Technik: Marius Alsleben/Anika Herzberg

 

Dauer: 40-60 Minuten (nach Bedarf)

“Das Stuttgarter Spielerquintett schuf eine expressionistische Bildcollage von packender, grausamer Wucht. (…) Fünf wortlose Zeitzeugen und fünf Monster-Marionetten konzentrieren in fünf großen Bilderrahmen das Leiden des Künstlers am Leben und Krieg. (…) Nervenzusammenbruch, Drogensucht, Angstzustände, Krankheit, eine verzweifelte Lebenssituation und das stete Ringen um die eigene künstlerische Identität spiegelt die Collage geradezu bedrückend wider.

Schroff die Musik, teils festgefroren, teils gehetzt die Posen der Spieler, von Furien an Fäden gejagt. Alpträume werden zu Bildern, leere Stiefel zertreten martialisch Kleiderhüllen. Die Bildsequenzen besitzen eine hohe assoziative und gestalterische Kraft. Machen frösteln, lassen erschauern, die Seelenpein des Künstlers wird beängstigend spür- und greifbar. Beeindruckendes Spiel, die Spannung nervenaufreibend, die vielen kleinen Lichter am Ende wecken falsche Hoffnungen... Tief durchatmen, dann erst bricht sich der verdiente Applaus Bahn”

21.03.2016 Badisches Tagblatt

 

"Exemplarisch war das am Donnerstagabend im Prinz Regent Theater zu erleben. Hier gastierten vor fast ausverkauftem Haus Absolventen des Studiengangs Figurentheater Stuttgart mit ihrer Produktion „Selbstbildnis als Soldat“. Marionetten und Spieler/innen bildeten dabei ein gleichberechtigtes Ensemble, das sich in verschiedenen Szenen des Themas „Menschen im Ersten Weltkrieg“ annahm; angelehnt an Ernst Ludwig Kirchners bekanntes Gemälde „Selbstbildnis als Soldat“. Der expressionistische Zeitgeist jener Jahre wurde greifbar. Untermalt von schrägen Musikklängen entsponn sich im düsteren Licht ein verspieltes, aber auch geisterhaftes Panoptikum des Leidens an der Krankheit der Zeit. Sehr eindrücklich!"

28.11.2015 WAZ